Was wird aus der Nahversorgung?

Um 15 Prozent sank in nur 7 Jahren – lt. Untersuchungen – das kleinflächige Lebensmittelgeschäft in einzelnen Kommunen! Und ein Viertel der noch vorhandenen droht dasselbe Schicksal in den nächsten fünf Jahren! Wer mit offenen Augen durch die Einkaufsstraßen Berghausens, Söllingens, Kleinsteinbachs und Wöschbachs geht, kann diesem Zerfall förmlich zuschauen. Unsere Einkaufsmöglichkeiten „vor der Haustür“ gehen verloren. Und das erschwert das Leben wenig mobiler Personen! Aber auch die soziale Funktion solcher Orte geht für die Gemeinde verloren. Denn sie sind/waren wichtige Treffpunkte des gemeinschaftlichen Austausches unter Bürgern.

Warum ist das so? Und kann man diesem Zerfall entgegenwirken? Hauptgründe dieser Auflösung sind die gestiegene Mobilität, die hohen Erwartungen an das Sortiment und der bekannte Fachkräftemangel.

Gibt es Lösungen? Der Trend zu regionalem, ökologisch produziertem Lebensmittel bietet im Gegenzug eine neue Chance für die Nahversorgung. Und davon kann auch Pfinztal profitieren! Denn diese innovativen Start-Ups-Ideen können auch bei uns vor der Haustür genutzt werden. Denn regionale und/oder ökologisch produzierende Betriebe haben wir ja vor unserer Haustür. Die Einstellung stimmt schon mal! Erfreulich zu hören, dass die Erhaltung und Förderung der Nahversorgung zu den Zielen des Gemeindeentwicklungsplans gehört! Und wir hoffen, dass die Gemeinde an diesem Thema „dranbleibt“. Aber eine engagierte Bürgerschaft ist gefragt: Wo sich ein herkömmlicher Einzelhandel nicht mehr rentiert, könnte ein ehrenamtlicher Bürgerladen helfen. Wo Personal fehlt, könnte es Selbstbedienungsmöglichkeiten außerhalb der Öffnungszeiten geben. Integrationsläden bestehen schon vielerorts und leisten einen wertvollen Beitrag für das Miteinander. Neben öffentlichen Förderprogrammen kann die Gemeinde durch gezielte Bauleitplanung Einfluss nehmen, für Personen mit eingeschränkter Mobilität nach Bedarf Einkaufsbusse zur Verfügung stellen oder auch den Nahversorgern eine kostenlose Möglichkeit zur Werbung im Gemeindeblatt eröffnen.

Neugierig geworden? Werfen Sie doch einen Blick in die interessante Veröffentlichung „Dynamik der Nahversorgung in ländlichen Räumen verstehen und gestalten“ des Thünen-Instituts, abrufbar unter https://www.thuenen.de/de/infothek/presse/aktuelle-pressemitteilungen/so-funktionieren-kleine-laeden-in-laendlichen-raeumen/ [Foto: Pixabay]

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Soziales Wirtschaft